Tätigkeitsvergütungen eines SV-pflichtigen Gesellschafters

[Aktueller Fall]

20.02.2017

A ist Gesellschafter-Geschäftsführer der AB-OHG. Er erhält auf Grund eines gesonderten Anstellungsvertrages von der OHG ein monatliches Bruttogehalt in Höhe von 5.000 €, von dem Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 500 € einbehalten und zusammen mit dem Arbeitgeberanteil in Höhe von ebenfalls 500 € abgeführt werden. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Geschäftsführer der OHG sind dem A Reisekosten i.H.v. 1.500 € entstanden. Der Anstellungsvertrag sieht einen entsprechenden Aufwandsersatz vor, dieser ist bislang durch die OHG noch nicht erfolgt.

Welche Folgen ergeben sich hieraus bei der steuerlichen Gewinnermittlung der AB-OHG?

Lösung
Auf Ebene der OHG (1. Stufe) ist das Bruttogehalt als Lohnaufwand sowie der Arbeitgeberanteil als gesetzlich sozialer Aufwand zu behandeln.

Beim A handelt es sich hingegen gem. § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG um Vergütungen, die bei diesem zu gewerblichen Einkünften aus der Mitunternehmerschaft führen. A hat daher in seiner Sonder-GuV Vergütungen in Höhe von 66.000 € (Bruttogehalt zuzüglich Arbeitgeberanteil) zu erfassen.

Die Sozialversicherungsbeiträge stellen beim A in voller Höhe (Arbeitnehmer- + Arbeitgeberanteil) abzugsfähige Sonderausgaben i.S.d. § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG dar.

Die von A getragenen Reisekosten stellen bei diesem Sonderbetriebsausgaben dar. Gleichzeitig hat A jedoch in seinem Sonder-BV eine entsprechende Forderung zu aktivieren.

Somit ergeben sich für den A auf der 2. Stufe der Gewinnermittlung Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Höhe von 66.000 €.



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Ihr Autor:Jan Böttcher

Jan Böttcher, LL.M.
Steuerberater